Installation von VirtualBox



Voraussetzungen

Die hier genannten Bedingungen gelten nicht nur am eigenen PC, sondern auch auf allen anderen (entfernten) PC, auf denen man virtuelle Computer betreiben will.

Rechte

Man benötigt kurzfristig das (Administrator)-Recht, um die Virtualisierungs-Software an einem realen Host-PC zu installieren oder Updates anzuwenden.
Danach genügen die üblichen Rechte einfacher AnwenderInnen oder Gäste.

Wenn man einen mitgebrachten virtuellen PC verwenden will, dann ist die Geschwindigkeit entscheidend: Auf einem schnellen USB-Stick oder einer USB-Festplatte kann man den virtuellen PC sofort betreiben. Von einem langsamen USB-Stick muss man zuerst die Dateien des virtuellen PC auf die Festplatte des realen PC kopieren - dazu braucht man Schreib-Rechte und freien Speicherplatz.

Normalerweise ist es nicht möglich, mit einem virtuellen PC mehr Rechte zu erlangen, als man ansonsten am realen Host-PC hat. Das gilt auf Linux streng und auf Windows für jeden halbwegs sorgfältig eingerichteten PC. Die Angst mancher AdministratorInnen vor einer Verletzung von Zugangs-Rechten ist unbegründet.
Das Gegenteil trifft zu: Bei Verwendung von virtuellen PC werden außer dem Virtualisierungs-Programm keine anderen Resourcen des realen Host-PC verwendet.

Mit jedem NoteBook, NetBook oder (USB)-Datenträger kann schädliche Software in ein System eindringen - auch mit einem virtuellen PC. Die Schutz-Maßnahmen müssen unabhängig von der Methode funktionieren. Daher sollten bei Verwendung von virtuellen Computern keine zusätzlichen Sicherungen notwendig sein.


Netzwerk

Ein Netzwerk mit funktionierendem Zugang zum Internet ist zwar nicht zwingend notwendig, in der Praxis aber unentbehrlich.

Die Installer aller modernen Betriebssysteme verwenden das Internet zur Aktualisierung der Software-Pakete. Die Herstellung eigener virtueller PC ist ohne Internet möglich, jedoch sehr mühsam.

Die Virtualisierung bietet umso mehr Vorteile, je besser das eigene lokale Netzwerk ausgestattet ist, und je besser man versteht, damit umzugehen.
Minimale Kenntnisse der Netzwerk-Technik sind unumgänglich, fortgeschrittene Kenntnisse sehr wertvoll.

Java Runtime Engine (JRE)



Installieren sie den JRE am realen Host-PC.
Es ist (auf Windows) möglich, jedoch sinnlos, gleichzeitig mehrere Versionen des JRE zu installieren.

Vor der Installation des aktuellen JRE sollten sie daher alle bereits vorhandenen Versionen de-installieren.
Benutzen sie dazu die Standard-Methoden des Betriebssystems, z.B. auf Windows Systemsteuerung / Software.
Auf Linux ist das normalerweise nicht notwendig, weil die gesamte installierte Software zentral verwaltet wird.

Leider wird Java gelegentlich zusammen mit Crapware angeboten. Man muss die Optionen zur Installation der unverlangten Software manuell weg-klicken, damit diese nicht installiert wird.

Installation von VirtualBox



Das Update auf eine neue Version ist nicht immer sauber durchführbar. Wenn die neue Version nicht funktioniert, dann ist es besser, alle (beide) Versionen von VirtualBox mit Systemsteuerung / Software zu löschen und die neue Version nochmals zu installieren.



Manche Linux-Distributionen installieren nicht die aktuelle Version von VirtualBox.
Für wenig erfahrene AnwenderInnen wird trotzdem empfohlen, diese zu verwenden, weil sie vom Linux-Distributor optimal angepasst ist. In diesem Fall können alle weiteren hier angeführten Arbeiten entfallen.


AnwenderInnen-Gruppe
Die Verwendung von VirtualBox ist normalerweise nur Mitgliedern der Linux User-Gruppe vboxusers erlaubt.
Als System-Administrator root können sie Mitglieder zu dieser Gruppe hinzufügen oder die Gruppe neu anlegen, falls sie nicht eingerichtet sein sollte.

Linux Kernel Header
Wenn man eine neue Version von VirtualBox oder ein Kernel-Update installiert, dann muss meist ein Kernel-Modul neu compiliert werden. Dazu sind einige Software-Pakete notwendig, die in der Standard-Version ihrer Linux-Distribution evtl. nicht installiert wurden:
Compiler (Je nach Distribution die Pakete build-essential, gcc, make) und Kernel Header-Files (Nur das genau zum Betriebssystem passende Paket).

Die Aktualisierung des Kernel-Moduls wird meist bereits automatisch durchgeführt. So wird sie manuell angeordnet:
# /etc/init.d/vboxdrv setup
Die nochmalige manuelle Ausführung des Befehls schadet nicht. Man sieht zumindest, ob die Installation erfolgreich war, oder ob Fehler angezeigt werden.

Ausführungs-Rechte

Falls diese Gruppe nicht automatisch angelegt wurde, sollte man das manuell nachholen.
Fügen sie die UserNamen aller dazu autorisierten User zu dieser Gruppe dazu.

Konfiguration von VirtualBox



Vergeben sie an alle User die Rechte, den Inhalt zu sehen, die Dateien zu lesen (Read) und auszuführen (Execute).

Da die Festplatten-Dateien *.vdi während der Benutzung verändert werden, ist es notwendig, dem jeweiligen User auch das Recht zur Änderung (Write) zu erteilen.

Das fällt jedoch unter die Details des jeweiligen (Linux)-Betriebssystems und wird auf Windows meist nicht berücksichtigt.



In diesem Fall konfiguriert man die Sprache Deutsch:
Menü File / Preferences / Language / Deutsch



Geben sie im Feld Voreingestellter Pfad für VMs den Pfad zu ihrem VPC-Verzeichnis an, z.B. auf Linux /home/vbx oder auf Windows C:\VBX



Wählen sie Menü Datei / Globale Einstellungen / Eingabe:
Geben sie als Host-Taste eine selten benötigte Taste an, z.B. eine der beiden Windows-Tasten.

Die meisten Versionen von VirtualBox zeigen in der rechten unteren Ecke jedes geöffneten Fensters die jeweilige Host-Taste an.



Wenn sie einen Router / Proxy-Server haben, der von allen anderen Programmen (z.B. Browser) automatisch gefunden wird, dann lassen sie diese Einstellung leer.

Andernfalls tragen sie in die Felder Host und Port genau die gleichen Daten ein wie in den Netzwerk-Einstellungen ihres Browser-Programms.

VirtualBox CommandLine-Interface (CLI)


Windows:
Das Programm wird meist in diesem oder einem ähnlichen Pfad installiert:
C:\Program Files\Oracle\VirtualBox\VBoxManage.exe
Starten sie eine Konsole cmd.exe, navigieren sie zun angegebenen Pfad und starten sie das Programm, z.B. mit
C:\Program Files\Oracle\VirtualBox\> vboxmanage
Sie erhalten einen umfangreichen Text mit Angabe der Optionen.

Details im Original-Manual, derzeit in Kapitel 8

VirtualBox Extension Pack


Laden sie vom Internet das Extension Pack und achten sie darauf, dass die Version des Extension-Pack genau mit jener ihres VirtualBox Programms übereinstimmt.


Auf neueren Windows-Versionen >=8 muss man VirtualBox als Administrator starten, um das Extension Pack zu installieren.
Trotzdem wird die Installation vom System manchmal verweigert.
Vermutlich deshalb wurde das Extension Pack bereits in die neueren Versionen von VirtualBox für Windows integriert und wird zusammen mit dem Programm installiert.

Gemeinsamer Ordner


Erzeugen sie darin eine beliebige Datei, z.B. eine kleine Text-Datei
C:\VPC\Shared\hallo.txt
Diese Datei dient nur dazu, den Ordner zu erkennen, wenn er korrekt installiert und verbunden ist.

Markieren sie in der VirtualBox Konfiguration des jeweiligen virtuellen PC im Register Gemeinsame Ordner das Kästchen □ Automatisch Einbinden, wenn der gemeinsame Ordner beim Start des virtuellen PC automatisch verbunden werden soll (empfehlenswert !).


Wenn sie selbst → Virtuelle Computer erstellen, dann sollten sie zuerst das Betriebssystem und die jeweiligen Updates komplett installieren und danach neu starten. Zu diesem Zeitpunkt ist die Größe des Bildschirm-Fensters noch nicht einstellbar und man muss Maus & Tastatur mit der im VirtualBox-Programm konfigurierten Tasten-Kombination zwischen dem realen Host-PC und dem virtuellen Gast-PC umschalten.

Unmittelbar danach installiert man am Virtuellen PC die Gast-Erweiterungen.


Virtueller Linux-(Client)-Gast-PC

Starten sie den Virtuellen Computer.

Neuere Linux-Systeme erkennen, wenn sie an einem Virtuellen PC laufen und installieren automatisch die passenden Gast-Erweiterungen. In diesem Fall kann man den gemeinsamen Ordner sofort ohne weitere Maßnahmen verwenden.

Wenn die Gast-Erweiterungen (virtualbox-guest-tools) fehlen, dann installiert man sie am besten mit dem Standard Software-Manager des jeweiligen Linux-Betriebssystems.

Wenn das Software-Paket der Gast-Erweiterungen nicht installiert werden kann, dann verwendet man das Menü Geräte / Gasterweiterungen installieren (ganz oben im Fenster des Virtuellen PC). Die automatische Installation schlägt meist fehl, es wird jedoch das passende Installations-Medium als *.iso Datei heruntergeladen und gemountet.
Öffnen sie das als virtuelles CD-Laufwerk eingebundene Medium und kopieren sie alle Dateien auf den virtuellen PC.
Erlauben sie in den Eigenschaften (RechtsKlick) Lesen (read) und Ausführung (execute) für alle User und (wichtig) für alle Dateien des Pakets.
Führen sie das darin enthaltene Linux Script-Programm aus (z.B. VBoxLinuxAdditions.run). Danach kann man alle von der virtuellen CD kopierten Dateien wieder löschen.

Man findet den gemeinsamen Ordner in einem der Pfade
/media/sf_*
/var/run/media/<username>/sf_*
wobei der * durch den Namen des Ordners ersetzt ist.

Man kann zur bequemen Verwendung SoftLinks (Alias, Verknüpfungen) zu diesem Pfad legen, z.B.
# ln -s /media/sf_shared /home/walter/gemeinsam
Im Beispiel wird der gemeinsame Ordner shared im privaten Verzeichnis des Users walter als Ordner mit dem Namen gemeinsam angezeigt.