File-Server

File-Server

Zielgruppe dieser Webseite sind StudentInnen und ambitionierte Informatik-Amateure

Grundkenntnisse der Informatik werden vorausgesetzt. Einige Kapitel bieten Hinweise für fortgeschrittene AnwenderInnen. Als Amateur muss man die Details nicht verstehen, man erhält jedoch einen Eindruck von den Aufgaben, die bei einem Fileserver zu lösen sind.


File-Client und File-Server


Es gibt verschiedene technische Möglichkeiten, um ein File-Client-Server-Paar zu realisieren. Die meist verwendete Variante ist der ursprünglich von IBM und Microsoft entwickelte SMB-Dienst (heute CIFS-Dienst).

Das SMB/CIFS Protokoll wurde ursprünglich von MS geheim gehalten, für das Linux Fileserver-Programm Samba jedoch weitgehend aufgeklärt und später von MS veröffentlicht.
Samba arbeitet heute als Standard FileServer auf allen Linux Server-PC und auf unzähligen 'Intelligenten' Geräten (WLAN-Router, Netzwerk-Festplatten, ...).
Der SMB/CIFS-Dienst ist für Arbeits-(Client)-PC aller gängigen Betriebssysteme nutzbar, und zwar meist ohne Installation zusätzlicher Software.

Weiterführende Informationen (insbesondere für ihr jeweiliges Betriebssystem) erhalten sie mit diesen Stichworten:
Netzlaufwerk, Samba, SMBClient, SMB, CIFS, FileServer, ...


Datei-Transport im Internet (WAN)

Der Fileserver-Dienst SMB/CIFS ist für das Internet (WAN) nicht geeignet.

• Für professionelle Anwendungen wird im WAN meist der FTP‑Dienst verwendet, z.B. zum Upload von Dateien auf den Server eines Internet-Providers oder zum Download von Dateien aus großen Software-Archiven (z.B. GDS der TU-Wien).
Zum Datei-Transport mit FTP verwendet man ein FTP-Client-Programm, z.B. Filezilla (kostenfrei).

• Alternativ kann man Dateien auch mit dem → HTTP-Dienst austauschen, d.h. zwischen Browser und Webserver. Zum Download genügt der Klick auf einen Link: Wenn man verhindern will, dass der Browser die Datei ungefragt öffnet, dann verpackt man sie in ein (ZIP)-Archiv.
Zum Upload braucht man eigene Server-Programme (z.B. in der Programmiersprache → PHP). Manche Web-Provider bieten solche interaktiven Webseiten zum File-Hosting an.

ยง Achten sie bei Cloud-Angeboten auf die Nutzungs-Bedingungen: Bei vielen kostenfreien Diensten verzichtet man auf alle Rechte an eigenen Daten, geht Verpflichtungen ein, oder riskiert die rechtliche Verfolgung (z.B. wegen Verwendung urheberrechtlich geschützter Daten). Sogar die öffentliche Nutzung eigener Dateien (z.B. hochgeladener Bilder) kann damit Lizenz-pflichtig werden.



Ein FileServer-System unterscheidet wie jedes andere Client/Server-System 2 Rollen:
Der File-Server bietet ein Teil seines Datei-Systems als 'Share' im Netzwerk an.
Jeder moderne PC kann als File-Client arbeiten und eines der angebotenen Shares in sein eigenes Datei-System importieren und genauso wie lokale Verzeichnisse und Dateien verwenden.

Auf dieser Seite werden beide Rollen mit den gängigsten Versionen von Linux und Windows kurz vorgestellt. Das ergibt trotz der Einschränkungen eine Menge an Informationen...

Unterschiede Linux ⇔ Windows


Hier werden einige Unterschiede zwischen Linux (Links) und Windows (Rechts) kurz vorgestellt, die nach Erfahrung Verwirrung auslösen können.
Das betrifft nur Büro-PC, denn obwohl die meisten AnwenderInnen mit Android oder Apple auch ein anderes Betriebssystem kennen, haben sie mit den dort verwendeten Datei-Systemen wenig zu tun.



Klassische Windows-Systeme verwenden als Anwendungs-Oberfläche (Desktop) ein fix vorgegebenes Programm, welches nicht einmal einen Namen hat.

Neuere Windows-Systeme verwenden zusätzlich zum klassischen Windows-Desktop die Kachel-Oberfläche (Metro-UI). Beide Desktop-Programme sind jedoch zwangsweise vorgegeben.

An einem Windows-System ist zu einem Zeitpunkt immer nur 1 User angemeldet. Erst nach dessen Abmeldung kann sich ein anderer User anmelden.



Ältere Windows-Systeme haben verschiedene Varianten des FAT Datei-Systems verwendet. Spezielle Hardware (z.B. USB-Sticks) wird noch heute mit dem FAT-System formatiert.

Neue Windows-Systeme verwenden fast ausschließlich das NTFS Datei-System. Beide Systeme (FAT und NTFS) werden meist ungefragt verwendet.

Andere Datei-Systeme werden nicht oder nur mit Zusatz-Programmen unterstützt. Daher kann man Linux-Festplatten mit Windows meist nicht einmal lesen (Das kann man auch als Vorteil sehen...)



Die Wurzel jedes Windows Datei-Systems ist der jeweilige 'Computer'.

Direkt unterhalb befinden sich verschiedene 'Volumes', die mit Buchstaben A:,B:,C:,D:... bezeichnet werden. Die Volumes waren historisch an die jeweilige Hardware (Disketten, Festplatten) gebunden.

Jedes Volume verwendet seine eigene unabhängige Organisation. Zur Angabe des Pfades zu einer Datei muss man daher sowohl den Laufwerks-Buchstaben als auch den darunter liegenden Pfad anführen.

Das Volume-System wurde auch auf Netzwerke übertragen. Jedes von einem Datei-Server importierte Share (Netzlaufwerk) erhält daher einen eigenen Laufwerks-Buchstaben.

Das System der Laufwerks-Buchstaben ist längst an seine Grenzen gestoßen:
In einem realen Netzwerk werden meist zahlreiche Shares, oft sogar von mehreren Servern angeboten.
An die USB-Anschlüsse werden zahlreiche unterschiedliche Speicher-Medien angesteckt.
Es ist unmöglich, allen derartigen Volumes fixe Buchstaben zuzuordnen. Das macht es für Programme sehr schwierig, Dateien in einem komplexen Umfeld eindeutig aufzufinden.

Das Windows Datei-System bindet zwar technisch alle heute aktuellen Resourcen ein, die Logik von Volumes und Laufwerks-Buchstaben ist jedoch logisch überholt.
Es ist die erklärte Strategie des Herstellers, eingeführte Gewohnheiten unter allen Umständen beizubehalten. Das hat beträchtliche Vorteile beim Schutz der (Software)-Investitionen von Partnern und Kunden.
Das Festhalten an obsoleten Einrichtungen (z.B. Laufwerks-Buchstaben A:,B: für Disketten-Laufwerke) kostet allerdings einen zunehmenden Aufwand...


Windows unterscheidet historisch nicht zwischen großen und kleinen Buchstaben.
Das wurde sich zwar in manchen Bereichen bereits geändert, hat jedoch zu großer Nachlässigkeit bei der Anwendung von Programmen und Dateien geführt.
Tipp: Gewöhnen sie sich daran, stets genau die korrekte Schreibweise zu befolgen. In diesem Fall vermeidet man schwer verständliche Fehler bei der Arbeit in einem Netzwerk verschiedener Betriebs- und Datei-Systeme.

Wenn ein importiertes Verzeichnis Dateien enthält, die sich nur in großen und kleinen Buchstaben unterscheiden, dann ist das Verhalten von Windows-Programmen verschiedener Versionen - höflich formuliert - nicht vorhersehbar. Vermeiden sie daher solche Situationen nach Möglichkeit.

Linux Arbeits-PC als File-Client


Hier wird gezeigt, wie man temporäre Verbindungen für die aktuelle Sitzung (Session) herstellt.

Die meisten Linux-Systeme verwenden den Ausdruck Windows-Netzwerk für das SMB/CIFS-Protokoll auch dann, wenn z.B. ein Samba-Server auf einem Linux Server-PC läuft.

Im Kapitel ↓ Linux Konsolen-Programme wird die Herstellung permanenter Verbindungen beschrieben.


Vorbereitung

  • Der Server-PC (mit laufendem Samba FileServer Programm) muss eingeschaltet und vom eigenen Linux-PC im Netzwerk erreichbar sein.
  • Sie müssen die IP-Adresse oder den PC-Namen des entfernten Server-PC kennen.
  • Sie müssen den Share-Namen (Freigabe-Namen) des gewünschten Server-Angebots kennen.
    Die meisten FileServer bieten mehrere Shares zur Nutzung an, die sich durch ihre Share-Namen und meist auch durch die Zugangs-Rechte unterscheiden.
  • Je nach Konfiguration des Shares kann der Fileserver einen Anynymen Zugang (Gast) erlauben oder eine Anmeldung mit Name und Passwort verlangen. Wenn sie am gleichen Server-PC ein persönliches Konto (User-Account) haben, dann verwenden sie dessen UserName und Passwort. Andernfall erfahren sie beim Administrator des Linux-Servers, welche Namen und Passworte eigens für (Samba)-Fileserver Clients eingerichtet wurden.
  • Im Kapitel ↓ Linux Konsolen-Programme wird gezeigt, wie man die benötigten Daten selbst herausfinden kann.

Wenn der FileServer eine Anmeldung erfordert, dann verwendet man die Option Mit Server verbinden des Nautilus-Sidebars.
Das Fenster Mit Server verbinden wird geöffnet. Geben sie in das Feld Serveradresse den Pfad zu Fileserver und Share in dieser Form ein:
smb://192.168.0.1/sharename
Verwenden sie an Stelle der IP-Adresse 192.168.0.1 den Namen oder die Adresse ihres eigenen FileServers. Ersetzen sie sharename durch den Namen des gewünschten Share-Angebots.
Klicken sie Verbinden

Ein weiteres Fenster wird geöffnet:
Geben sie ihren User-Namen und ihr Passwort (für den Server-PC) ein oder markieren sie die Option Anonym.
Klicken sie Verbinden

Bei Erfolg wird ein Fenster des Datei-Managers Nautilus geöffnet: Darin wird eine Ansicht des importierten Datei-Systems angezeigt. Man kann die Dateien genauso verwenden wie jene der eigenen Festplatte.

Diese Vorgangsweise wirkt nur für 1 Sitzung (Session). Wenn man das Share öfters verwenden will, dann legt man ein Lesezeichen (Bookmark) an.
Eine dauerhafte automatische Verbindung wird im Kapitel ↓ Linux Konsolen-Programme beschrieben.



Wenn der FileServer eine Anmeldung erfordert, dann tragen sie in die Adresszeile (oben) des Dateimanagers den Pfad zu Server-PC und Share in dieser Form ein:
smb://192.168.0.1/sharename

Ein Fenster mit Feldern für Username und Passwort erscheint. Tragen sie ihre Daten ein.
Bei Erfolg werden die importierten Verzeichnisse und Ordner angezeigt.

Auch diese Vorgangsweise wirkt nur für die Dauer der Sitzung. Wenn man ein Lesezeichen (Bookmark) anlegt, dann vereinfacht sich diee Verbindung: Man muss lediglich das Passwort erneut eingeben.
Eine dauerhafte automatische Verbindung wird im Kapitel ↓ Linux Konsolen-Programme beschrieben.



Wenn der FileServer eine Anmeldung erfordert, dann verwendet man das Menü Orte / Mit Server verbinden des Gnome-Desktops.

Tragen die die verlangten Daten in das Fenster Mit Server verbinden ein.
Wählen sie zuerst den Typ = Windows-Freigabe
Das Feld Server erhält die IP-Adresse (z.B. 192.168.0.1)
Das Feld Freigabe erhält den Share-Namen
Der Eintrag / im Feld Ordner bleibt unverändert.
Geben sie Benutzername und Passwort ein.

Bei Erfolg werden die importierten Verzeichnisse und Ordner angezeigt.

Auch diese Vorgangsweise wirkt nur für die Dauer der Sitzung. Wenn man ein Lesezeichen (Bookmark) anlegt, dann vereinfacht sich diee Verbindung: Man muss lediglich das Passwort erneut eingeben.
Eine dauerhafte automatische Verbindung wird im Kapitel ↓ Linux Konsolen-Programme beschrieben.

Windows Arbeits-PC als File-Client


Die Angaben dieses Kapitel sind unverbindlich, weil sich Anordnung und Wortlaut der Menü-Befehle gerade bei Windows schon oft geändert haben.

Hier wird gezeigt, wie man temporäre Verbindungen für die aktuelle Sitzung (Session) herstellt.


Achten sie auf diese beiden Optionen, die etwas weiter unten im Fenster des Verbindungs-Programms angeboten werden:

Verbindung bei Anmeldung wiederherstellen:
Wenn dieses Kästchen markiert ist, dann werden die Verbindungs-Informationen gespeichert (IP-Adresse, Name, Passwort) und bei jeder folgenden Anmeldung (Login) des jeweiligen Users automatisch angewendet.
Diese Option ist im eigenen Netzwerk (LAN) nützlich und sinnvoll, bei Besuch in einem fremden Netzwerk jedoch unnötig und (!) zeitraubend.
Die Option wird leider manchmal nicht befolgt. In diesem Fall kann man die automatische Verbindung mit einem ↓ Konsolen-Programm herstellen.

Verbindung unter einem anderen Namen herstellen:
Ohne diese Option wird versucht, sie mit dem gleichen Namen und Passwort am Fileserver anzumelden wie an ihrem eigenen Arbeits-PC.
Im eigenen Netzwerk (LAN) ist es sinnvoll, für Client-PC und Server die gleichen Anmelde-Daten zu verwenden. In diesem Fall (oder wenn man eine eigene Domäne verwendet) braucht man diese Option nicht.
Bei Besuch in einem fremden Netzwerk muss man diese Option wählen und jenen Namen bzw. jenes Passwort angeben, welches der jeweilige Fileserver verlangt.

Windows erlaubt die gleichzeitige Verbindung mit mehreren Shares des gleichen Fileservers, jedoch nur mit den gleichen Anmelde-Daten (Name, Passwort) für alle Shares.

Die Trennung erfolgt mit Menü-Befehl oder Rechtsklick auf das Netzlaufwerk-Icon, dann Netzlaufwerk trennen. Danach kann man auch mit anderen Anmelde-Daten erneut verbinden. Leider verwenden manche Windows-Versionen trotzdem die vorherige Anmeldung. In diesem Fall muss man das Windows-System neu starten.

Verzeichnis-Freigabe:  Private File-Server


In der Praxis enthalten freigegebene Pfade leider meist zahlreiche Dateien, die nur selten wieder entfernt werden. Das führt u.a. dazu, dass auf den einzelnen PC eines Netzwerks meist chaotisch gemischte Versionen der gleichen Dateien vorhanden sind.

Die Hersteller von Betriebssystem haben auf die wenig zufriedenstellende Praxis reagiert:
Das private Verzeichnis der AnwenderInnen (User) enthält meistens ein eigenes Verzeichnis mit dem Names Öffentlich (Public). Nur dieses ist zur privaten Freigabe vorgesehen.
Es wird geraten, dieser Empfehlung zu folgen, obwohl es einfach ist, sie zu umgehen. Der eindeutige Name sollte sanft an das damit verbundene Risko erinnern.


Samba

Auf manchen Linux-Systemen ist das Fileserver-Programm Samba bereits installiert. Wenn es (noch) fehlt, dann präsentieren Linux-Systeme meist einige Fenster mit Vorschlägen zur Installation.

Wenn die automatische Installation aus irgend einem Grund nicht funktioniert, dann installieren sie das Paket samba so wie im Kapitel ↓ Linux Konsolen-Programme beschrieben.



Mit dem Button Freigabe erstellen ist die Aufgabe abgeschlossen: Das Verzeichnis ist im lokalen Netzwerk zum Import durch einen File-Client verfügbar.



Alternativ kann man die Freigabe mit dem Datei-Manager Nautilus konfigurieren:
Öffnen sie das Desktop-Menü Orte und navigieren sie in das Verzeichnis Öffentlch in ihrem privaten Home-Verzeichnis.
Rechts oben erscheint ein Button Einstellungen, mit dem das gleiche Fenster geöffnet wird wie links beschrieben.



Das Konfigurations-Fenster des Samba-Servers wird geöffnet Es enthält in mehreren Registern viele Optionen, die jedoch recht gut erklärt sind:
Start / Dienst starten = Beim Systemstart
Start / Firewall öffnen
Freigaben / Hinzufügen
Typ = Verzeichnis
Name = Public
Pfad = /home/mein_name/Public
ACLs = vererben
Ersetzen sie Share-Name und Pfad durch ihre gewünschten Angaben. Mit Ok werden ihre Anweisungen umgesetzt.



Die Texte zu den weiteren Optionen sind von der jeweiligen Windows-Version abhängig, jedoch sinngemäß immer gleich, z.B.
• Diesen Ordner im Netzwerk freigeben.
• Freigabe-Name (ShareName) - Sollte selbst-erklärend sein, z.B. 'Gemeinsam' oder 'Public'
• BenutzerInnen dürfen Daten verändern (Lese- und Schreib-Rechte)

Server-Verwaltung


Prinzipiell kann man mit Samba das gesamte DateiSystem eines Server-PC exportieren. Das ist zwar zur ferngesteuerten Administration bequem, jedoch meist durch besondere Maßnahmen der jeweiligen Linux-Distribution verboten.


Zur Verwaltung braucht man die Rechte des Linux-Administrators root
Im einfachsten Fall meldet man sich gleich beim Öffnen der SSH-Konsole als root an.
Wenn das verboten ist, dann wechselt man nach der normalen User-Anmeldung mit Befehl su in die Rolle von root
Wenn auch das verboten ist, dann muss man vor jeden einzelnen Befehl das Wort sudo setzen und mit Passwort bestätigen.



Besonders praktische Programme sind ein Datei-Manager (nautilus, dolphin, konqueror, thunar) zur Navigation im Datei-System des Servers und ein Text-Editor (gedit, kate, kwrite, leafpad, mousepad) zur Ansicht und Änderung von Text-Dateien.

Diese Methode ist bei professionellen AdministratorInnen verpönt. Die Arroganz ist jedoch unangebracht, denn für kleinere oder private Server sind Programme mit grafischer Oberfläche sinnvoll und ausreichend.



Server-Verwaltung mit SSHFS:
Man erzeugt am eigenen Arbeits-PC ein neues (leeres) Verzeichnis, z.B. auf Linux /srv/server

So importiert man des gesamten Dateisystems / des Servers mit der IP-Adresse 192.168.0.1 in das Verzeichnis /srv/server des eigenen Arbeits-PC:
# sshfs root@192.168.0.1:/ /srv/server -o follow_symlinks -o nonempty

Danach ist das gesamte Datei-System des Servers im jeweiligen Pfad des eigenen Arbeits-PC (hier /srv/server) verfügbar. Man kann u.a. Dateien verschieben, kopieren oder erzeugen sowie jede Text-Datei mit einem Editor öffen und bearbeiten.



Am eigenen Client-PC muss man ein FTP-Client Programm installieren und konfigurieren, z.B. FileZilla (kostenfrei).

FTP wird heute nur mehr für wenige Aufgaben eingesetzt, z.B. für den Download von zahlreichen oder großen Dateien von einem Archiv (z. B. GD) oder für den Upload von Dateien auf den Server eines Web-Providers.

Zur laufenden Verwaltung des eigenen Intranet-Servers ist der Aufwand im Verhältnis zu den beschränkten Möglichkeiten relativ hoch.

FTP eignet sich allerdings gut als Notfall-Dienst:
Wenn der eigene Server weder mit SSH noch mit Samba erreichbar ist, dann funktioniert FTP meist noch immer. Wenn man eine Sicherung der Konfigurations-Dateien (Linux-Pfad /etc) hat, dann kann man diese wiederherstellen und den Server nach Neustart meist wieder verwenden.

Linux Konsolen-Programme


In jedem Betriebssystem sind viele nützliche Konsolen-Programme installiert. Eine Auswahl von Programmen zur Verwaltung von Fileserver-Diensten werden hier vorgestellt.



Zur Fernsteuerung eines Linux-PC verwendet man auf Linux das Konsolen-Programm ssh, auf Windows das kostenfreie Programm PuTTY. In beiden Fällen gelangt man zur Konsole des fern-gesteuerten Linux-PC und meldet sich an.

Je nach Konfiguration erfordern manche Konsolen-Programme besondere Rechte. Wenn möglich meldet man sich daher als Administrator root an, oder wechselt nach der Anmeldung mit su in dessen Rolle.


PC-Name

Jeder PC hat einen Namen (HostName), der in seiner Konfiguration festgelegt ist. Der Hostname wird so angezeigt:
# echo $HOSTNAME
Der Name wird in der nächsten Zeile angezeigt. Man kann ihn in jedem Befehl an Stelle der IP-Adresse verwenden. Das ist einfacher zu merken, funktioniert allerdings nur bei sauberer Konfiguration von PC und Netzwerk.



Der Samba-Server kann die Rechte des Linux-Systems modifizieren, d.h. zusätzlich beschränken. Außerdem kann man mit dem Programm smbpasswd eigene Windows-(Gast)-User (nur für den Zugriff als File-Clients) definieren und ihnen Passworte und Rechte zuweisen.



Die folgenden Anweisungen gelten für die Linux-Distributionen Debian, Ubuntu und alle davon abgeleiteten Versionen:

Zuerst werden die aktuellen Updates ausgeführt:
# apt-get update
Danach kann man das Samba-Paket installieren:
# apt-get install samba
Schließen sie die Konsole mit
# exit
# exit
Der Fileserver ist nun installiert und verwendbar.


Wählen Sie Software / Software-Management und geben sie samba in das Such-feld ein. Markieren sie in der rechts erscheinenden Liste das Paket samba (SMB/CIFS...server) und bestätigen sie die Installation.



Die Konfigurations-Datei ist bei Anzeige an der Konsole unübersichtlich:
# cat /etc/samba/smb.conf
Meist interessieren allerdings nur die letzten Zeilen der Datei mit Angabe der exportierten Pfade und Namen (Shares).

Man kann die Datei mit jedem Text-Editor öffnen, z.B. mit gedit oder kwrite, aber auch (wenn der Linux-Server mit ↑ SSHFS verbunden wurde) mit einem Windows-Editor, z.B. Notepad++

Details zum Verständnis der Samba-Konfiguration werden von zahlreichen Webs angeboten, z.B. gut erklärt bei Ubuntu (Übersicht, Server, oder detailliert bei Samba



Start & Stop des Samba-Fileservers auf älteren Linux-Systemen:
# /etc/init.d/samba start
# /etc/init.d/samba stop
# /etc/init.d/samba restart
Start & Stop auf neueren Linux-Systemen:
# systemctl start smb.service
# systemctl stop smb.service
# systemctl restart smb.service



Wenn die anonyme Auskunft verweigert wird, dann muss man sich als User deklarieren, z.B. (auch am eigenen Linux-PC) als Administrator root
# smbclient --list 192.168.0.1
Nach Eingabe des root-Passworts erhält man die Liste aller vom angegebenen Fileserver angebotenen Shares.



So erhält man eine Liste aller aktuell von fremden Client-PC's verwendeten Shares:
# smbstatus --shares



Mit dem Programm mount wird die Verbindung hergestellt:
# mount -t cifs -o username=mein_name,password=mein_passwort //192.168.0.1/share_name /srv/lan_server
Ersetzen sie UserNamen, Passwort, die IP-Adresse des Servers, den Share-Namen und das vorbereitete Ziel-Verzeichnis durch die gewünschten Werte.

Bei erfolgreicher Verbindung wird der Inhalt des vorbereiteten Verzeichnisses durch das importierte Datei-System ersetzt.
Diese Maßnahme endet allerdings bei Abmeldung des Users.



Öffnen sie die Datei /etc/fstab mit einem beliebigen Text-Editor. Fügen sie am Ende eine Zeile mit diesen Angaben an:
Pfad zum Share, Mount-Punkt, Typ, Anmelde-Daten, Sonstige Optionen.
Beispiel:
//192.168.0.1/share_name /srv/lan_server cifs username=mein_name,password=mein_passwort 0 0
Details zum mount Befehl erhält man mit
# man mount
Navigation mit den Pfeil-Tasten, Ende mit Taste q

Windows Konsolen-Programme



Mit RechtsKlick in die Titel-Zeile des geöffneten Konsolen-Fensters kann man die Eigenschaften ändern.
Das ist empfehlenswert, um Schrift-Größe und Layout-Farben gut lesbar einzustellen.



Auf neueren Windows-Systemen öffnet man das Konsolen-Programm cmd.exe mit RechtsKlick und Option Als Administrator ausführen.
In der App-Liste des Start-Menüs findet man die Konsole meist unter Windows System / Eingabeaufforderung
Mit den Tasten Windows+X erscheint das Power-User Menü. Verwenden sie die Option Eingabeaufforderung als Administrator


Computer-Name

In der PC-Konfiguration ist ein Name festgelegt, der innerhalb eines Netzwerks eindeutig sein sollte. So wird der Name angezeigt:
C:\> set computername
Man kann ihn in jedem Befehl an Stelle der IP-Adresse verwenden. Das ist einfacher zu merken, funktioniert allerdings nur bei sauberer Konfiguration von PC und Netzwerk.



Tipp: Die Administrations-Webseiten jedes (W)LAN-Routers bieten eine Liste aller angeschlossenen Geräte. Darunter sollte man auch einen (Linux)-Server und dessen IP-Adresse finden.

Mit dem Programm ping kann man sowohl von einem Linux- als auch von einem Windows-PC die Verbindung zum Server prüfen, z.B.
# ping -c3 192.168.0.1
C:\> ping 192.168.0.1
Eine korrekte Verbindung ist Voraussetzung für die Anwendung des File-Dienstes. Ersetzen sie in allen folgenden Absätzen die als Beispiel verwendete Adresse 192.168.0.1 durch die Adresse ihres File-Servers.



Anzeige aller Share-Angebote des eigenen Windows-PC:
C:\> net share
Alle mit einem $-Zeichen endenden Namen sind unsichtbare (geheime) Freigaben. Naive AnwenderInnen staunen, wenn sie feststellen, dass auf ihrem Windows-PC meist alle Laufwerke (zur Fern-Administration) freigegeben sind.
Details erhält man durch Anfügen eines Share-Namens, z.B.
C:\> net share ADMIN$



Bereits verbundene Netzwerk-Pfade kann man mit allen Programmen genauso verwenden wie Pfade zu lokalen Volumes, z.B.
C:\> dir Z:
C:\> dir \\192.168.0.1\public


Zur manuellen Verbindung mit einem Share verwendet man besser das dazu vorgesehene Programm Netzlaufwerk verbinden. ( Details)

Diese Maßnahme wirkt allerdings nur bis zur Abmeldung des jeweiligen Users.

Das links gezeigte Konsolen-Programm ist jedoch zur automatisierten Verwaltung geeignet. Man kann es u.a. mit Konsolen-Script-Programmen (*.bat, *.cmd) oder von einem Server-Programm (z.B. ↓ Task-Scheduler) ausführen lassen.


Permanente Verbindung

Erzeugen sie eine Text-Datei *.cmd z.B.
C:\Programme\smbconnect.cmd

Tragen sie folgende 3 Zeilen in die Datei ein:
@echo off
net use Z: \\192.168.0.1\ShareName /user:myName myPass
@echo on
Ersetzen sie IP-Adresse, Share-Name, User-Name und Passwort durch die gewünschten Werte zur Anmeldung an ihrem FileServer.
Speichern sie die Datei und schließen sie den Text-Editor.

Testen sie das Script-Programm:
C:\Programme> smbconnect.cmd
Das Programm sollte ein neues Laufwerk Z: anlegen und dieses mit dem angegebenen Share verbinden.
Wenn das funktioniert, dann kann man das Netzlaufwerk Z: mit RechtsKlick wieder Trennen.


Die weitere Vorgangsweise wird hier nur sinngemäß beschrieben, weil die verwendeten Namen, die Anordnung und viele Details mehrfach geändert wurden.
Legen sie einen neuen Task an und planen sie dessen Eigenschaften:
  • Aktion: Programm starten (hier z.B. C:\Programme\smbconnect.cmd )
  • Benutzerkonto: COMPUTERNAME\UserName
    Setzen sie den ComputerNamen genau so ein wie er mit diesem Befehl angezeigt wird:
    C:\> set computername
    Setzen sie den Namen eines Users ein, welcher der Gruppe Administratoren angehört oder in die Admin-Rolle wechseln darf.
  • Ausführung: Nur nach Anmeldung
  • Bedingung: Bei der Anmeldung
  • Status: Aktiviert. Vergessen sie nicht, dieses unscheinbare Kästchen zu markieren, denn sonst wird der Task nie ausgeführt.
  • Task nach Ausführung löschen: Nein
  • Task bei Problemen abbrechen: Nach 1 Minute
Suchen sie zu den Details Hilfe durch Kombination von Stichworten (Aufgabenplanung, geplante Tasks) mit der Version des betreffenden Windows-Systems.

Test: Führen sie einen Neustart aus und melden sie sich an:
Das Netzlaufwerk Z: sollte bereits verbunden sein.

Intranet File-Server


Das Fileserver-Programm (Samba) sollte an einem eigenen Gerät (LAN-Router, Netzwerk-Platte, Server-PC, ...) arbeiten, welches nicht als Arbeitsplatz dient.
Der Aufwand an Hardware (Festplatte(n)) richtet sich nach dem Bedarf und erfordert keinerlei Fachkenntnisse.
Der Aufwand an Software richtet sich nach den verfügbaren Kenntnissen.


(W)LAN-Router

Router-Geräte der gehobenen Preisklasse bieten meistens die Möglichkeit, gemeinsam nutzbare Speichermedien über USB anzuschließen.
Jeder (W)Lan-Router enthält ohnehin bereits einen µComputer mit Linux Betriebssystem und einigen Server-Programmen. Daher ist es naheliegend, das Gerät auch als Fileserver zu nutzen. Das Programm Samba lässt sich nicht nur als Fileserver sondern auch als Domain-Controller und Printserver verwenden.
Die Fernsteuerung erfolgt auch in diesem Fall mit Webseiten.

Ein Eingriff (Hack) in die Router-Software ist zwar manchmal möglich, aber nicht empfehlenswert. Der Router kann unbrauchbar werden, oder - noch schlimmer - man kann damit gegen (Fernmelde)-Gesetze verstoßen.


Gebraucht-PC

In vielen Büros und Haushalten gibt es mittlerweile ausrangierte Computer, die zwar voll funktionsfähig sind, aber für moderne Betriebssysteme zu wenige Resourcen bieten. Solche Geräte kann man ohne Kosten-Aufwand für Hardware als durchaus leistungsfähige Server einsetzen. Dafür kann man u.a. auch einen alten Röhren-Bildschirm verwenden, denn man braucht ihn nur zur Installation.

An einem solchen PC wird ein Linux Betriebssystem ohne Desktop installiert, vorzugsweise Debian. Dieses System braucht viel weniger Resourcen als ein System mit Desktop. Die verfügbare Leistung ist für die Server-Programme nutzbar und typisch ausreichend für 10...30 (gleichzeitig arbeitende) Anwenderinnen.

Die Hardware ist robust und man kann sie meist noch günstig ergänzen (z.B. mit einer schnellen SSD-Festplatte und/oder einer großen mechanischen Festplatte). Die Verbindung mit dem lokalen Netzwerk (Router) erfolgt mit (Ethernet)-Kabel.
Die Video-(Bildschirm)-Karte braucht besonders bei ehemaliger Verwendung für Spiele besonders viel Strom. Mit etwas Glück findet man als Ersatz eine Billigst-Video-Karte: Diese genügt vollkommen zur Installation und im Betrieb wird der Bildschirm ohnehin abgeschaltet.

Der Aufwand zur Installation von Betriebssystem und Server-Programmen ist erheblich und erfordert fortgeschrittene Kenntnisse. Die fertige Leistung kann man nicht auf andere PC übertragen.
Eine Variante vermeidet diesen Nachteil: Man installiert am PC nur ein minimales Linux-System ohne Desktop, jedoch mit einem Virtualisierungs-Programm. Beim Hochfahren wird automatisch ein → Virtueller PC gestartet, welcher alle Server-Aufgaben ausführt. Der Virtuelle PC besteht nur aus einer Datei und ist daher auf jeden anderen realen PC portabel.



Man sollte sich daran gewöhnen, Dateien mit sinnvoll 'sprechenden' Namen zu speichern und sie thematisch so einzuordnen, dass man sie auch nach längerer Zeit wieder findet.

Manche Dateien werden oft geändert. Bei Verwendung privater Datei-Freigaben befinden sich meist zahlreiche unterschiedliche Versionen auf verschiedenen PC. Es ist wesentlich sinnvoller, jede Version schon im Datei-Namen mit dem Datum zu bezeichnen und am gemeinsam verwendeten Server zu speichern. Man findet dann nicht nur die aktuell gültige sondern auch historische Versionen.

Die guten Vorsätze werden sehr unterstützt, wenn eine Arbeitsgruppe gemeinsame Dateien am Server verwendet:  KollegInnen entfalten weit mehr Druck zur sinnvollen Benennung und Organisation als das eigene schlechte Gewissen.
Überlegen sie, was es kostet, eine wichtige Datei erst nach langer Suche - oder im schlimmsten Fall gar nicht - zu finden, obwohl sie irgendwo gespeichert ist.



Die Einrichtung eines professionellen Fileservers übersteigt den Rahmen dieses Webs. Die Hinweise füllen dicke Bücher. Man findet im Internet zahlreiche Artikel, Referenzen und Tutorials.

Tipp für neugierige Amateure: Üben sie die Samba Konfiguration an einem → Virtuellen Computer: Damit kann man kosten- und straflos experimentieren, denn ein Virtueller PC besteht nur aus einer Datei, die man bei Problemen löscht und durch eine neue Kopie ersetzt.